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Chorwerkstatt 2011

 

So macht Klassik Spaß!

(Foto: www.forumkloster.at)

Am Freitag des bevorstehenden Pfingstwochenendes machten sich mehr als 100(!) Sängerinnen und Sänger auf den Weg zum Schloss St. Martin, Graz. Dort fand nämlich die diesjährige Chorwerkstatt unter der Leitung von Franz Jochum statt. Auf dem Programm standen die Kantate „Wie der Hirsch schreit“ und die Hymne „Hör mein Bitten“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der eine oder andere dachte sich vorher vielleicht: „Naja, Klassik ist nicht so mein Ding“, aber wie sich später herausstellte: So macht Klassik Spaß!!!

Das schöne Schloss und die umliegende idyllische Natur waren ein idealer Ort um Werke dieser Qualität zu erarbeiten. Am Freitag begann das „Hirschwochenende“, wie es von einigen genannt wurde, mit einer kurzen Begrüßung und darauffolgender, erster Probe. Diese lief erstmal gar nicht schlecht, daher war unser Dirigent Franz zuversichtlich und gut gelaunt, was er auch an den Chor weiter zu vermitteln wusste. Es folgten viele Probeneinheiten, mal im Tutti, aber auch mal Männer und Frauen getrennt, um anspruchsvolle Einzelpassagen zu erarbeiten. Die Freude an der Gemeinschaft und an der Musik stand im Mittelpunkt dieser Chorwerkstatt, wobei die Gemeinschaft in diesen Tagen nicht weniger wichtig schien als die Musik: Man freute sich, wieder bekannte Gesichter zu sehen, wie auch so viele liebe Menschen und begeisterte Musiker neu kennen zu lernen. Auch außergewöhnlich viele jugendliche Musikbegeisterte waren dabei, die selbst bei normalerweise eher ungeliebten Aufwärm- und Einsingübungen immer wieder Grund zum Lachen fanden. 

Am Samstagnachmittag wurde es spannend: Der Chor durfte das erste Mal mit dem Spitzen-Kammerorchester Stuttgart der Neuapostolischen Kirche proben, das eigens für diese Chorwerkstatt den weiten Weg von Süddeutschland auf sich genommen hatte.

Sonntagabend gab es zwei weitere Höhepunkte. Zum einen die erste Probe mit den Solistinnen, und zum anderen die humorvolle Einführung in die Welt des Steirer Volkstanzes. Dabei brachte ein passionierter Volkstanzlehrer den Chormitgliedern einige Tänze bei, die von einem „ Quetschn-Spieler“ begleitet wurden.

Am Montag begann dann der erste Teil der Generalprobe im Konzertsaal in Gleisdorf. Es klappte fast alles wie am Schnürchen, und so schmeckte das gemeinsame Mittagessen gleich noch besser. Während das Orchester noch fleißig weiter probte, nutzten die Chorsänger die Pause nach dem Essen für ein Nickerchen auf der Parkbank, oder einfach um sich einzustimmen auf das Konzert.

Nach der letzten Generalprobe und einer weiteren kurzen Pause war es dann endlich soweit: Das Orchester und der Chor betraten die Bühne und los ging es mit dem Programm. Zunächst musizierte das Orchester den 1. Satz aus Mozarts 29. Sinfonie und begleitete danach den Lokalmatador, Bassbariton Oliver Bode, zum Arioso "Ja, es sollen wohl Berge weichen" aus Mendelssohn-Bartholdys Oratorium "Elias" und den Pianisten Iván Kárpáti zum 2. Satz aus Chopins 1. Klavierkonzert. Danach performte die 21jährige Solistin Jessica Eucker aus USA mit Orchester und Chor „Hör mein Bitten“. Dann ging’s in die 20minütige Pause. Der Höhepunkt, der auch dem Konzert seinen Namen gab „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ stand im Anschluss auf dem Programm. In diesem Meisterwerk von Mendelssohn-Bartholdy glänzte die slowenische Sopranistin Irma Mihelic in Rezitativ- und Arienparts. Auch ein Frauen- und ein Männerchor kamen zum Einsatz.  Einfach ein tolles Konzert, aus der Sicht der Sänger und dem Orchester, und wie man hörte auch aus der Sicht der Zuhörer und - auch nicht ganz unwesentlich - dem Dirigenten.

Nach dem Konzert gab es dann noch ein gemeinsames Essen. Der Dirigent, die Solistinnen, die Organisatorin und natürlich auch Chor und Orchester wurden noch einmal gefeiert. Als krönenden Abschluss gab es noch ein kleines „Privatkonzert“ von zwei Pianisten aus dem Chor, bei dem das Lied „Tochter Zion“ so jazzig gespielt wurde wie noch nie. Alles in allem eine tolle Chorwerkstatt, ein super musikalisch- und freudiges Ereignis!!!